investing • Lesedauer: 2 min • Erscheinungsdatum: 29.10.2026 •

INFINEON INVESTIERT 1,1 MILLIARDEN EURO IN VILLACH: EIN MEILENSTEIN FÜR EUROPAS CHIPPRODUKTION

© Infineon/APA-Fotoservice/Krisztian Juhasz

Villach baut seine Rolle als internationaler Halbleiter-Knotenpunkt weiter aus. Die Infineon Technologies AG hat eine Investition von rund 1,1 Milliarden Euro in den Standort Villach angekündigt. Ziel ist der Aufbau der ersten europäischen Großserienfertigung für Galliumnitrid-(GaN)-Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.

Mit der Investition wird die bestehende Reinrauminfrastruktur erweitert, um die rasant wachsende Nachfrage nach energieeffizienten Chips zu bedienen. Diese kommen vor allem in KI-Rechenzentren, in der Energieinfrastruktur, in der Elektromobilität sowie in der Robotik zum Einsatz.

 

WARUM GALLIUMNITRID SO WICHTIG IST 

Galliumnitrid (GaN) ist ein modernes Halbleitermaterial, das elektronischen Geräten dabei hilft, Strom deutlich effizienter zu nutzen, wodurch Energieverluste und Hitzeentwicklung spürbar reduziert werden. Das macht das Material besonders wertvoll für Zukunftstechnologien wie KI-Rechenzentren, Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energiesysteme.

Bereits 2024 gelang es Infineon, die weltweit ersten 300-Millimeter-GaN-Wafer erfolgreich zu bearbeiten. Diese größeren Wafer liefern rund 2,3-mal so viele Chips wie herkömmliche 200-Millimeter-Wafer, was die Fertigung erheblich wirtschaftlicher macht. Die neue Anlage in Villach wird diese Technologie nun in die industrielle Großserienfertigung überführen, wobei das Produktionsvolumen schrittweise an die Marktnachfrage angepasst wird.

 

STÄRKUNG DER EUROPÄISCHEN HALBLEITERINDUSTRIE

Das Projekt wird im Rahmen des European Chips Act mit genehmigten staatlichen Beihilfen in Höhe von 319 Millionen Euro unterstützt. Das Ziel dieser Initiative ist es, Europas Halbleiterbranche und technologische Unabhängigkeit nachhaltig zu stärken. Die formelle Förderzusage durch das österreichische Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft wird fristgerecht erwartet.

Darüber hinaus soll die Investition dem gesamten regionalen Technologie-Ökosystem zugutekommen – etwa durch engere Kooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie durch einen verbesserten Zugang zu innovativen Technologien für Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

 

WAS DIESE INVESTITION FÜR VILLACH BEDEUTET

Infineon Austria beschäftigt rund 5.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon etwa 4.800 direkt am Standort Villach. Das Unternehmen ist das Herzstück des regionalen Mikroelektronik-Clusters, das Universitäten, Forschungsinstitute, Start-ups und Industriepartner miteinander vernetzt.

Die neue Fertigungsstätte knüpft direkt an Villachs gewachsene Kompetenz in der Leistungselektronik an und schafft wertvolle Synergien mit den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vor Ort. Gleichzeitig unterstreicht das Projekt die Schlüsselrolle Österreichs in der europäischen Halbleiterindustrie.

Mit einem Investitionsvolumen von 1,1 Milliarden Euro und dem geplanten Produktionsstart Ende 2027 setzt Infineon einen Meilenstein für Villach als zukunftsweisenden Standort für Halbleiterfertigung, Forschung und Innovation.