investing • Lesedauer: 8 min • Erscheinungsdatum: 13.10.2026 •

25 JAHRE TECHNOLOGIEPARK VILLACH – VOM EHEMALIGEN ZELLSTOFFWERK ZUM TECHNOLOGIESTANDORT

© Stadt Villach | Thomas Künster
Technologiepark Villach in St. Magdalen

Der Technologiepark Villach feiert diesen Oktober ein besonderes Jubiläum: 25 Jahre als Technologie-, Forschungs- und Bildungsstandort in St. Magdalen. Was heute ein moderner Campus mit mehr als 40 Unternehmen und Organisationen ist, blickt allerdings auf eine noch viel längere Geschichte zurück. Seit mehr als 120 Jahren wird der Standort von Industrie und Innovation geprägt – und seine Entwicklung zu einem der wichtigsten Zukunftsstandorte Villachs ist eine Geschichte des Wandels und der kontinuierlichen Weiterentwicklung.

 

EIN INNOVATIONSSTANDORT IM WANDEL

Die industrielle Geschichte des Areals begann bereits 1902 mit der Eröffnung eines Zellstoffwerks in St. Magdalen. Fast neun Jahrzehnte lang war das Werk ein bedeutender Industriestandort, bevor es 1989 geschlossen wurde.

In den 1990er-Jahren begann ein neues Kapitel: 1997 erwarb die Stadt Villach das ehemalige Zellstoffwerksareal sowie zusätzliche Flächen, um ein zusammenhängendes, 27 Hektar großes Areal für einen neuen Wirtschafts- und Technologiestandort zu schaffen. Ziel war es, Villach als Hightech-Standort im Alpen-Adria-Raum zu etablieren. Im Mittelpunkt der Technologieoffensive standen unter anderem Mikroelektronik, Elektronik, Mechatronik, erneuerbare Energien und Informationstechnologie. Von Beginn an basierte das Konzept auf drei Säulen, die den Standort bis heute prägen: Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie innovative Unternehmen.

Ein wichtiger Schritt folgte 1999: Den städtebaulichen Wettbewerb für die zukünftige Gestaltung des Technologieparks gewann das Grazer Architekturbüro Kletzl mit seinem Konzept „urLaub“. Im Jahr 2000 erfolgte schließlich der Spatenstich für das erste Gebäude T01. Im September 2001 zogen die ersten Mieter ein, darunter die FH Kärnten (heute CU Hochschule Kärnten), CTR (heute Silicon Austria Labs) sowie mehrere Technologieunternehmen. Damit begann die Entwicklung des Technologieparks, wie er heute bekannt ist.

Bereits ein Jahr später wurde der T02-Komplex fertiggestellt. Das Gebäude bot Platz für Hightech-Unternehmen aus Bereichen wie Mikroelektronik, Telekommunikation und erneuerbaren Energien. In den folgenden zwei Jahrzehnten entwickelte sich der Campus kontinuierlich weiter. Neue Forschungs- und Bildungseinrichtungen kamen hinzu, ein Studierendenwohnheim wurde eröffnet und Organisationen wie WIFI, Silicon Austria Labs, GPS, build! und T.I.P.S. wurden Teil des wachsenden Standorts.

© Museum-Archiv der Stadt Villach
Die Zellulosefabrik in Villach
© Stadt Villach | Karin Wernig
Modell des Technologieparks Villach
© Stadt Villach | Karin Wernig
WIFI und WKO im Technologiepark Villach

VOM TECHNOLOGIEPARK ZUM VIELFÄLTIGEN CAMPUS

In den vergangenen Jahren hat sich die Entwicklung noch einmal deutlich beschleunigt. Mit dem High Tech Campus Villach, den Forschungsanlagen von Silicon Austria Labs, dem Gebäude BA02 und Österreichs größtem Forschungsreinraum wurde der Forschungsschwerpunkt des Standorts weiter ausgebaut.

Gleichzeitig kamen mit Campo, dem Mini Educational Lab und dem Kindergarten weitere Angebote für Bildung und Ausbildung hinzu. Auch entlang der Drau entstanden mit der neuen Flusstribüne neue Räume für Begegnung, Kommunikation und Erholung.

Heute vereint der Technologiepark Villach mehr als 40 Unternehmen und Organisationen, rund 700 Beschäftigte, 1.000 Studierende und 70 Lehrlinge. Aus der Umwandlung eines ehemaligen Industriestandorts ist ein vielfältiger Campus entstanden, an dem Wirtschaft, Forschung und Bildung eng miteinander verbunden sind.

© Stadt Villach | Gert Steinthaler
Technologiepark Villach bei Sonnenaufgang

25 JAHRE – UND EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT BEIM TAG DER OFFENEN TÜR

Das 25-Jahr-Jubiläum im Oktober bietet nicht nur Gelegenheit, auf diese Entwicklung zurückzublicken, sondern auch einen Blick in die Zukunft des Standorts zu werfen. Am 15. Oktober feiert der Technologiepark Villach sein Jubiläum bei einem exklusiven Abend für Wegbereiter:innen und Sponsor:innen, die die Entwicklung des Standorts in den vergangenen 25 Jahren mitgeprägt haben.

Am Freitag, 16. Oktober, lädt der Technologiepark Villach von 9:00 bis 15:30 Uhr zum Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt ein. Besucher:innen können Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Bildungsinstitutionen kennenlernen und einen Blick in Labore und Arbeitsbereiche werfen.

Mit dabei sind unter anderem die CU – Carinthia University of Applied Sciences / Hochschule Kärnten mit dem Admire Lab und dem Medientechniklabor, Silicon Austria Labs (SAL), build! und die GPS. Zu den Höhepunkten zählen Einblicke in Österreichs größten Forschungsreinraum sowie das Mini Educational Lab, in dem Kinder und Familien Forschung und Technologie entdecken können. Beim „Meet & Greet“ mit der Quantenphysikerin Dr. Beatrix Hiesmayr von der IT:U Linz dreht sich von 10:00 bis 11:00 Uhr im Auditorium alles um die Quantenwelt und ihre Bedeutung für zukünftige Technologien.

Der Tag der offenen Tür bietet damit die Gelegenheit, einen Ort zu entdecken, der sich in den vergangenen 25 Jahren stark verändert hat – und zu erleben, wie Forschung, Bildung und Wirtschaft die Zukunft Villachs mitgestalten.

ZAHLEN – DATEN – FAKTEN:

  • 1902 Eröffnung des Zellstoffwerks in St. Magdalen
  • 1989 Schließung des Zellstoffwerks
  • 1997 Erwerb des Areals durch die Stadt Villach (27 Hektar Gesamtfläche)
  • 2001 Eröffnung des ersten Technologiepark-Gebäudes T01
  • mehr als 40 Unternehmen und Organisationen am Standort
  • rund 700 Beschäftigte
  • 1.000 Studierende
  • 70 Lehrlinge